| Mikrobiologisch-technischer Aspekt beim Zu- und Abdecken von Silos nach dem System BÖCK Das Zu- und Abdecken von Silos muß unter mehreren Aspekten gesehen werden: Mikrobiologisch-technischer Aspekt- Wird durch das Zudecken die nötige Luftdichtigkeit erreicht als Voraussetzung einer hohen Gärqualität und einer hohen aeroben Stabilität der Silage?- Wie kann die aufgelegte Folie vor Beschädigungen geschützt werden, damit die Luftdichtigkeit erhalten bleibt? Arbeitswirtschaftlicher AspektWelcher Arbeitsaufwand ist mit der Zu- und Abdeckung des Silos verbunden? Wirtschaftlicher AspektMit welchen Kosten ist die Silage durch die Zu- und Abdeckung belastet? UmweltaspektIn welchem Maße gelingt es, negative Einflüsse bei der Silageproduktion auszuschalten (Sickersaft, Silagegeruch, Gärgase)?

Die Gärgashaube zeigt den Siliererfolg an
Mikrobiologisch-technischer Aspekt
Die mikrobiologischen Prozesse, die nach dem Einfüllen des Futters in den Silobehälter ablaufen, sind sehr vielfältig. Gewünscht ist eine Milchsäuregärung. Es gilt also, die Milchsäurebakterien zu fördern. Diese brauchen zur vollen Entfaltung eine Umwelt ohne Sauerstoff. Wenn ein Silo luftdicht zugedeckt ist, dann wird der im Futterstock eingeschlossene Sauerstoff innerhalb von wenigen Stunden verbraucht, und zwar in erster Linie durch die sogenannten Enterobakterien, die immer in großer Zahl auf dem Siliergut sind.
Durch einen möglichst raschen und vollkommenen Luftausschluß wird auch ein Wachstum der Schimmelpilze verhindert (sie können nur mehr in Form von Sporen überleben). Das Wachstum von Hefepilzen ist ohne Sauerstoff sehr gehemmt. Weil Hefe- und Schimmelpilze für die ,Nachgärung" (besser aerobe Instabilität) verantwortlich sind, kann dieses Problem durch eine perfektes Zudecken des Silos stark reduziert werden.
Der Siliererfolg hängt stark davon ab, wie rasch es gelingt, die Milchsäurebakterien zu fördern und die Gärschädlinge zu hemmen bzw. auszuschalten. Durch ein sofortiges und perfektes Zudecken des Silos, also durch Abwesenheit von Sauerstoff schon nach einigen Stunden, steht den Milchsäurebakterien auch mehr Zucker zur Verfügung, weil die Konkurrenz um den Zucker bei Abwesenheit von Sauerstoff geringer ist (Eliminierung der Enterobakterien, kein Schimmelwachstum und Hemmung der Hefepilze).
Dies führt zu einer schnelleren Senkung des pH-Werts mit zwei Vorteilen: eiweißabbauende, pflanzeneigene Enzyme werden schneller inaktiviert (geringerer Eiweißabbau) und das Risiko, daß es zu einer Buttersäuregärung kommt, wird reduziert, weil die Buttersäurebakterien keinen niedrigen pH-Wert vertragen.
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